Was haben Eier mit Speck zum Frühstück mit der Paleo Ernährung aus der Steinzeit zu tun? Und wieso hatten Höhlenmenschen keine Herzinfarkte? Willkommen zum Interview mit Constantin Gonzalez zum Thema Paläo.

Im heutigen Interview habe ich Constantin Gonzalez von www.paleosophie.de. Die Paläo-Ernährung orientiert sich an der, der Steinzeitmenschen. Das heißt jetzt nicht, dass wir alle wieder zurück in die Höhlen müssen. Jedoch hat die Wissenschaft genügend Hinweise und Studien, dass Paleo durchaus eine gesunde Ernährungsform ist.

Paleo – Skelette von Jägern und Sammlern deutlich robuster

Constantin Gonzalez erklärt, dass Zivilisationskrankheiten ein Produkt der Zivilisation sind. Was ist es also, das uns krankmacht? Forscher stellten sich die Frage, wie wäre das, wenn der Mensch wieder so leben würde, wie es eigentlich natürlich ist.
Ausgegrabene Skelette geben Aufschluss, denn Knochen von Jägern und Sammlern sind deutlich robuster und weisen geringere Degeneration auf. Wohingegen Skelette aus Zeiten des Ackerbaus weniger Mineralstoffe aufweisen und es Hinweise auf Diabetes und Fettleibigkeit gibt. Auch heute sind Naturvölker gesünder. Mitglieder sterben beispielsweise an Altersschwäche und Unfällen und nicht an Herzinfarkten.

Paleo ist eher ein Lifestyle

Wer sich ernährungstechnisch an den Steinzeitmenschen orientiert, der verändert viel mehr seinen Lifestyle, als eine Diät zu machen. Es geht um eine dauerhafte Umstellung und nicht um ein zeitlich begrenztes Weglassen verschiedener Lebensmittel.

In einer verhältnismäßig kurzen Zeit, in den letzten 10-15.000 Jahren hat der Mensch seine Ernährung radikal verändert. Die Paleo Grenze liegt etwa bei Beginn der Sesshaftigkeit und der Entdeckung der Viehzucht und des Ackerbaus.

Wie ernährt man sich nun?

Constantin Gonzalez sagt, so in etwa, wie sich der Urmensch ernährt hat. Ernährung nach Paleo sieht vor: viel Gemüse, Fleisch, Fisch, Obst, Eier und ein paar Nüsse. Getreide, also auch Reis und Brot, wird weggelassen. Der Grund: Getreide wurde vor allem benutzt, um mit wenig Investition viele Mägen zu füllen. Die geballte Ladung an Kohlenhydraten wurde besonders in den letzten Jahren gepusht.

Das Ende der gesunden Ernährung durch die Schweden?

Wie Constantin Gonzalez im Interview erzählt, haben sich die Schweden einen ordentlichen Marketing-Gag geleistet, allerdings hat dieser sich verselbstständigt. Nach dem Krieg gab es in Schweden kaum noch Fleisch. Also wurde die Ernährungspyramide (wie wir sie heute kennen) entwickelt, bei der Brot als Grundlage angesehen wurde. Für die amerikanische Wirtschaft super, so Constantin Gonzalez, denn alle essen Getreide und die Produktionskosten sind verhältnismäßig gering.

Einfach mal testen, ob es passt

Gonzalez rät, einfach mal 30 Tage lang schauen, ob die Paleo Ernährungsform zu einem passt. Es gibt kein falsch und richtig. Jedoch ist er überzeugt, dass wir Menschen durch Paleo fitter, leistungsfähiger (mental und körperlich) und gesünder werden. Paleo bedeutet für ihn Selbstbestimmtheit und das eigene Maß finden.

Die in der Episode erwähnte Verlosung ist beendet.

Ihr Olaf Kapinski

 

Der Blog von Mark Sisson

 

 

Und der von Robb Wolf.

 

 

Constantin Gonzalez ist Diplom Informatiker und interessiert sich 2008 intensiv für die steinzeitliche Ernährungsform. Seit 2011 bloggt er auf www.paleosophie.de über Ernährung und Lifestyle. Anhand von Forschungsergebnissen, Tipps und Tricks rund um das Thema informiert er seine Leser umfangreich. Auf Paleo-Planet sammelt er deutschsprachige Artikel aus paleo Blogs und schafft so den Durchblick.

Constantin Gonzalez Paläo

Und dass Constantin ein Paleo Profi ist zeigt sich deutlich daran, dass er als Berater und Koautor eingeladen wurde, am Buch Paleo nach Jahreszeiten mit zu arbeiten.
Es enthält über 180 Rezepte, nach saisonalen und regionalen Gesichtspunkten sortiert. Es geht nicht nur um Paläo, sondern schneidet auch viele Paleo-verwandte Themen an.
Natürlich darf auch der Bereich Bewegung nicht fehlen: Über 10 Übungen mit und ohne Gewichte runden das Buch ab.

Titelbild von Dan Edwards