285 Das wird nicht wieder normal!

Oft höre ich, dass viele darauf warten, dass es wieder „normal“ wird. Nach der Corona Panik.

Was ist normal?

Was meinen die Menschen denn damit?

2019? Als die Kinder anfingen, freitags nicht mehr zur Schule zu gehen, weil ansonsten der Planet im selbstgemachten Höllenfeuer verglüht? Angetrieben vom Diesel?

Oder die 2010er Jahre, in denen sich GAFA (Google, Apple, Facebook, Amazon) endgültig durchgesetzt haben, das Internet zum für alles unverzichtbaren Backbone wurde? Zum eigenen Handlungsraum? Tesla den bisherigen Autoherstellern vormachte, wie Elektroautos gebaut werden, die bisher bestenfalls Golf-Caddies und ebenso spartanische wie sündhaft teure Spezialentwicklungen waren.

Oder 2007, als Apple mit dem iPhone eine Revolution der Internet-Nutzung auslöste und diese 2010 mit einer komplett neuen Geräteklasse, dem iPad nochmals verstärkte?

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Oder 2007, als die Weltfinanzwirtschaft anfing zu kollabieren? Nach einigen Eruptionen in 2007 erreichte das Problem 2008 die reale Welt: Die Leute konnten ihre auf Pump gekauften Häuser nicht mehr bezahlen. Dann folgte ein atemberaubender Erdrutsch am sogenannten Finanzmarkt, der dieser Sparte aus meiner Sicht bis heute jegliche Legitimität gekostet hatte. Wildes Zocken auf Milliardenniveau, Gier trifft Blödheit. Irgendwann gab es keinen neuen Trottel mehr, das Vertrauen war dahin. Genau wie beim Einsturz der Tulpenpreise im Februar 1637. Nur haben die Leute damals verstehen können, womit sie da handeln.

Oder 2001? Als am 11. September die bisherige Weltordnung ins Rutschen kam?

Oder 1989?

Oder 1945?

Früher war alles besser und von nun geht es bergab. Früher war auch alles besser! Als ich zur Schule ging, wir sind jetzt in den 1980ern, war die Welt noch in Ordnung. Der Russe war böse. Der Amerikaner unser großer Beschützer und wer sich als intellektuell gerieren wollte, hielt die USA für den wahren Hort des bösen, Vietnam, Pershing 2.

Mercedes hat den W123 1975–1986 gebaut, den Nachfolger W124 dann von 1984–1997. A pro pos Mercedes: Daimler-Benz kaufte sich 1985 die Telefunken AG auf dem Weg zur Welt AG. Im Fernen Osten erwachte der japanische Drachen und das Wort „Neger“ hatte keinerlei negative Tonalität. Übrigens musste man in echt finstere Ecken gehen, physisch gehen, um Pornos zu kaufen. Habe ich mir sagen lassen. Wer jetzt an die Fa-Werbung denkt, ist in meinem Alter.

Also: Was halten Sie für „normal“?

Oft kommt dann: „Nein, Olaf, normal war Ende 2019“. Okay, nehmen wir den Gedanken doch mal. Anfang 2019 fusionieren Karstadt und Kaufhof. Zombiehochzeit auf der Resterampe. Zwei in Ehren ergraute und mittlerweile aus der Zeit gefallene Dinosaurier, denen ein würdiges dahinscheiden verweigert wird. Riesige Mietkosten, wegen zentraler Innenstadtlage. Um dorthin zu kommen, muss ich mich entweder auf das Abenteuer Parkplatzsuche einlassen oder auf den ÖPNV hoffen. Nachdem die Stunde Anreise bereits vergeudet ist, treffe ich auf bestenfalls durchschnittliche Verkäufer. Klar, wer gestern bei den Kurzwaren war, kann mir heute nicht wirklich bei meiner Frage zur Steuerbarkeit der LED-Lampe helfen. Okay, der war unfair: Aus den Kurzwaren geht es rüber in die Herrenbekleidung. Nach 20 Minuten ist dann klar, dass meine Größe ausverkauft ist. „Die hat halt jeder“ wird mir versichert. Aha, das weiß euer ERP System offenbar nicht. Beim Peek&Cloppenburg habe ich zwar die Chance auf etwas bessere Beratung, aber auch da muss ich nehmen, was gerade da ist. Nicht, was ich will.

Karstadt und Kaufhof braucht kein Mensch mehr. P&C ist im freien Fall und sobald jemand endlich brauchbare 3D-Körperscanner mit entsprechender Infrastruktur fertig hat, sind die auch fertig. 2022?

 

Ich habe mir die Augen gerieben, wie viele Firmen Anfang 2020 ernsthaft Schwierigkeiten hatten, ihre Belegschaft ins HomeOffice zu schicken und von dort produktiv zu sein. Wie viel Potenzial da vergeudet wurde!

Es gab schon lange kein „normal“ mehr.

Zurück um Thema: Ich behaupte, es bar schon lange kein „Normal“ mehr. „Normal“ als stabiler, länger anhaltender Zustand. Dass wir die Vergangenheit für so toll halten, hängt ja im Wesentlichen mit unserer mangelhaften Gedächtnisleistung zusammen. In den 1980ern gab es wesentlich mehr Kriege als heute, mehr Verbrechen, weniger Demokratie.

Seit 10 Jahren eröffnet das Internet niemals geahnte Möglichkeiten. In beide Richtungen: Die Anbieter bekommen kostenlos einen gigantischen Markt, die Konsumenten eine gigantische Quelle neuer Ideen.

Und in Deutschland fusionieren Karstadt und Kaufhof.

Es wird kein „normal“ mehr geben

Was hat sich geändert? Ich erspare mir die Referenzen auf früher und sage: Alles. Dieses Jahrhundert hat mit einem gigantischen plus zum Bruttoinlandsprodukt begonnen. Nicht nur in Deutschland, weltweit müsste dieses aus meiner Sicht nach oben korrigiert werden. Warum? OpenSource. Das Internet hat eine wahre Lawine entfesselt! Tools und Dienste, die früher richtig teuer waren und daher ins BIP gerechnet wurden, gibt es heute kostenlos. Der Große Brockhaus hier als ganz antikes Beispiel, weitgehend abgelöst durch Wikipedia. Linux, OpenOffice, WordPress, you name it.

Die ganzen freien Dienste, die ja heute zum guten Ton gehören, zähle ich nicht dazu. Die finanzieren sich aus anderen Quellen und sind wieder BIP relevant. Google allen voran, Facebook, Slack. Entweder werden die von vertrauensvollen Investoren gefüttert oder jemand anderes zahlt die Kosten, die die Nutzer verursachen. Meist Firmenkunden oder Werbetreibende. Wie in meiner Wetter-App.

Der Wandel ist die einzige Konstante. VUCA mittlerweile mehr als ein Schreckgespenst auf den Slides teurer Berater.

VUCA steht für

  • volatility ‚Volatilität‘ (Unbeständigkeit),
  • uncertainty ‚Unsicherheit‘,
  • complexity ‚Komplexität‘ und
  • ambiguity ‚Mehrdeutigkeit‘

Über die Quellen zu diskutieren führt wahrscheinlich zu nichts. Warum entscheiden sich Verbraucher in kürzester Zeit gegen eine Antriebsart? Warum werden Schuldenprobleme mit neuen Schulden angegangen? Warum brechen die Exekutiven immer öfter das Recht und die Legislativen sehen zu? Warum wählen die Menschen immer mehr Rattenfänger?

Sie sehen, das führt zu nichts. Diese Fragen sind meine, nicht repräsentativ. Alleine darüber ließe sich trefflich streiten, allerdings ohne Ergebnis. Denn die Systeme sind bei weitem zu komplex, ja gar chaotisch, um dort irgendwo einen Hebel zur Veränderung ansetzen zu können. Gehen wir davon aus, dass es so bleibt.

So geht es weiter

Wer also die Vergangenheit vor September 2019 ausblendet, diese paar Monate bis Februar 2020 zur „Normalität“ erklärt und sich dahin zurücksehnt, dem sei ein bisschen Angst gemacht. Wer mit zustimmt und sieht, dass „Schnell das neue Groß“ ist und dass Firmen wesentlich flexibler werden müssen, der denke mal mit.

Trump wiedergewählt

Im November wird Donald Trump als Präsident der Vereinigten Staaten wiedergewählt. Damit wäre er in seiner letzten, verfassungsgemäßen Amtsperiode und kann endlich RICHTIG Gas geben. Dass er nachtragend zu sein scheint, berichtet ja nicht nur der Amerika-feindliche deutsche Media-Mainstream. Dann kann er nochmal richtig austeilen und den deutschen Kriegsdienstverweigerern zeigen, was eine Harke ist.

Das Deutsche BIP liegt bei ca. 3,4 Billiarden, die NATO Vorgabe sieht 2% Wehretat vor. Das wären 68 Milliarden, heute sind es 47 Milliarden. Russland gibt 58 Milliarden aus, die Atommacht Frankreich 65 Milliarden. Die Zahlen kann jeder aus der Wikipedia entnehmen. Aber Entwarnung: Wer zum Anmalen eines Segelschiffes 138 Millionen verschleudert, stellt auch mit 100 Milliarden keine gefährliche Armee auf.

Also zurück: Was ich so lese, ist er massiv angefressen davon, dass Amerika Deutschland vor dem russischen Bären beschützt, wir aber unverdrossen Gas von denen importieren, von denen sie dann ihre Armata Panzer bezahlen. Um diese Ungerechtigkeit zu beenden, befiehlt er einen Importstopp für deutsche Produkte. Oder nur für deutsche Autos, was in der Wirkung ähnlich ist.

Trump bleibt im Amt

Er scheint ja bereits jetzt schon vorzubereiten, dass es massive Wahlfälschungen geben wird. Ignoriert er dann seine nicht- Wiederwahl? Und was dann?

Mindestens mal wird es erhebliche Unruhen geben, das üben sie ja gerade landesweit. Werden sich die Cops trauen, dann durchzugreifen? Werden sich die Gouverneure trauen, angesichts der unklaren Machtlage, die Unterstützer des potenziellen Präsidenten zu räsonieren?

Mindestens mal dürfte vielen Amerikanern dann die Lust vergehen, neue, deutsche Autos zu kaufen.

Brexit

Völlig überraschend kommt am 31.12.2020 der Brexit. Aktuell sieht es nach einem sogenannten harten Brexit aus, also alles zurück auf WHO-Standards.

Dann bricht die Insel zusammen, weil sie fast alles aus der EU importieren. Notstand, vielleicht Bürgerkrieg. Die Executive wird wieder, im Angesicht demonstrierender Kinder, geltendes Recht brechen und an den Handelsbestimmungen herummauscheln. Wenn nicht, werden China und Russland plötzlich mit Carepaketen bereitstehen, dafür tauchen dann zu Weihnachten 2021 undiskutiert sehr liberale Handelsverträge mit beiden Ländern auf.

All dieses Chaos bindet die EU. Anstatt wertvolle Verhandlungen für die Zukunft zu führen, Verschleißen sich die Diplomaten im Aufräumen der Vergangenheit. Aus meiner Sicht sogar im Aufräumen mutwilliger Schäden fremder Leute. Es wird noch ein weiteres Jahr Stillstand in den Außen Beziehungen geben. Auch die Innenbeziehungen werden nicht souverän weiterentwickelt. Die EU marginalisiert sich.

Schon klar, Wirtschaftsgrößen wie Polen, Ungarn und Italien tönen, sie wollen aussteigen. Und dann im wirtschaftlichen Wettbewerb mit China, USA und Indien alleine bestehen. Klingt vielversprechend.

Diese drei politischen Punkte alleine sollten ja schon für eine turbulente Zukunft sorgen können. Denken Sie sich gern weitere aus! Vertrauensverlust der Bevölkerungen durch manipulierte Wahlen (Social Media oder direkt die Wahlmaschinen). Irgendein neues, heute unbedeutendes, hochgehypetes Aufreger Thema, welches Ihre Industrie lahmlegt. Natürlich irgendwann eine richtige Pandemie, dafür sind einfach genug Menschen freizügig genug auf diesem Planeten.

Einen habe ich aber noch. Alle sehen gerade das Internet als Heilsbringer. Was, wenn es das nicht ist? Wenn es ausfällt? Oder nicht mehr zuverlässig ist? Wenn sich darüber, zumindest für eine Weile, nicht mehr arbeiten lässt? Panikmache?

Ripple20

Wir haben und zwei Dekaden um die Sicherheit der PCs und Server gekümmert. Nur um mitansehen zu müssen, wie ungeheure Mengen ungemanagter, billigster Geräte an das gleiche Netz angeschlossen wurden. Kühlschränke, Lampensteuerungen, Zeitschaltuhren, Kameras. Gerätesteuerungen. Es wird das Internet der Dinge genannt, IoT. Und das hat nun Krebs gekriegt: Ripple20

Ohne ins Detail zu gehen, „Hunderte von Millionen Geräten“ seien laut Heise.de drastisch einfach angreifbar. Oft haben diese Geräte keinen Verantwortlichen und sie sind nicht zum Aktualisieren vorgesehen. Was wenn diese Menge Geräte nun infiziert wird und jemand damit Schindluder treibt?

Natürlich bekommen wir das wieder in den Griff. Nur wird es teuer. Und lange dauern. Wo wäre Ihr Geschäft denn nach einem Monat ohne Internet? Was, wenn Sie IoT-Geräte produzieren?

Was tun?

Ich hoffe, das alles trifft uns nicht. Und unsere Verantwortung als Führer ist es nicht, zu hoffen. Wir müssen handeln. Reaktion überlassen wir diesen Machthabern. So geht es im wirklichen Leben aber nicht. Wer reagiert, braucht sich hinterher nicht zu wundern, verstaatlicht worden zu sein. Oder schliessen zu müssen. Überlegen Sie sich, was schlimmer ist.

Was also tun?

Planen hilft nur bedingt. Wie Sie Katastrophenvorsorge machen können, habe ich in LF 279 thematisiert.

Nur lassen sich Dinge wie Reaktionen nach Präsidentenwahlen nicht sauber planen.

Aus meiner Sicht können sie auf drei Feldern Gewinnen und mit Blick auf die Uhr schiebe ich die in die kommende Episode.

Bleiben Sie in Führung

Ihr OLAF KAPINSKI