Letzte Woche ging meine Themenreihe zu Frauen in Führung zu ende. Daher geht es heute mal um die Männer und dazu habe ich mir Stefan Mantel eingeladen.

Sind Frauen immer die Benachteiligten?

In meiner Interview-Reihe mit interessanten Frauen habe ich festgestellt, dass das Thema Frauen in Führung auch irgendwie doch immer etwas mit Nachwuchs zu tun hat. Frauen sind nun mal die Gebärenden, aber bedeutet das auch, dass Frauen dadurch einen Nachteil haben? Und passt dieses klassische Rollenbild überhaupt noch in den heutigen Zeitgeist?

 

 

Kennen Sie schon meinen neuen Podcast?

Nein, dann schauen Sie mal auf Live it - Lead IT vorbei!

Hier sind die ersten Leben-Führen Episoden auf Englisch online und später dann, kommen dort eigene Themen, die sich nicht nur auf Deutschland beschränken!

Wenn Mann Vaterrolle übernimmt und Führungskraft ist

Stefan Mantel meint, dass auch Männer ein Vereinbarkeitsthema haben. Das ist vielleicht nicht so stark an Dinge gekoppelt, wie früher nach Hause gehen, weil das Kind krank ist, sondern Männer haben mehr mit dem schlechten Gewissen zu kämpfen, weil sie sich weniger Zeit freischaufeln. In diesem Spannungsfeld bewegen sich viele Führungskräfte, die Lust auf Karriere haben und Zeit für die Familie haben wollen. Stefan Mantel sagt, dass es vor allem wichtig ist, zu wissen, was einem wichtig ist. Und damit fällt der Begriff Vereinbarkeit. Das Leben beinhaltet Arbeit und Zeit für sich und ist damit weder zu trennen noch zu vereinbaren. Erst an diesem Punkt kann eine Führungskraft aktiv handeln und ihr Leben gestalten. Er nennt es den Jammerbereich, in dem sich viele befinden, was sie davon abhält, zufrieden zu sein.

Fokussiert sein als Vater

Was ist Ihnen als Vater wichtig, welche Werte wollen Sie Ihren Kindern mitgeben? Hier müssen laut Stefan Mantel die Väter ansetzen. Er hat mir erzählt, dass er teilweise Väter auf dem Spielplatz beobachten kann, die sonntags geschäftliche Telefonate führen, während das Kind buddelt. Stefan Mantel sieht hier ein Fokus-Problem. Wer als Vater Zeit mit seinen Kindern nutzen will, der muss sich dafür einsetzen und nicht am Handy rumspielen.

Kommunikation ist alles

Besonders, wenn Familien, auch zeitweise, in einem traditionellen Rollenbild leben, ist Kommunikation unerlässlich. Beide Partner haben Bedürfnisse, die über das Berufsleben und Windelwechseln hinausgehen. Wenn darüber allerdings nicht gesprochen wird, geht das Ganze nach hinten los. Sobald ein Kind kommt, fallen viele plötzlich in ein Rollenmuster zurück. Plötzlich werden Themen aktuell, die nie präsent waren. Je besser das vorher abgesprochen ist, desto weniger Konfliktpotenzial bildet sich.

Wenn der Mann seine Priorität bei der Familie hat

Heutzutage ist es möglich, dass Männer in Elternzeit gehen und sich um ihr Kind kümmern. Außerdem können Männer auch zu Hause bleiben, wenn das Kind krank ist. Aber wie sieht das denn aus, wenn der Abteilungsleiter nun wegen seinem Kind früher geht? Stefan Mantel meint, dass das immer noch nicht 100% gesellschaftlich akzeptiert ist. Er ist aber auch davon überzeugt, dass die Karriere nicht leidet, wenn der Abteilungsleiter eine Zeit lang einfach Vater ist.

Geht Führung halbtags? Und in welchem Punkt es Männer wirklich schwerer haben, das hören Sie in dieser Episode!

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche!

Ihr OLAF KAPINSKI

Stefan Mantel arbeitet als Coach für Väter in Führungspositionen. Seine Kunden kommen zu ihm, um sich der beruflichen Herausforderung zu stellen und trotzdem genug Zeit für die eigenen Kinder zu haben. Außerdem betreibt er den Podcast Führung ist ein Kinderspiel.