In der heutigen Episode geht es um Mitarbeitergespräche, die Sie bitte nie machen sollen.

Olaf Damman rät davon ab, Mitarbeitergespräche zu machen?! - Skandal! Klick um zu Tweeten

STOP!

Heute kläre ich, warum Mitarbeitergespräche ein gänzlich falsches Format für Ihre Kommunikation darstellen.

Googlet man den Begriff "Mitarbeitergespräche", spuckt die Suchmaschine verschiedene Definitionen von "alle Kommunikation zwischen Führungskraft und Mitarbeiter" bis "bestimmte Themenmeetings" aus. Außerdem wirft sie Tipps zum Verhalten beiderseits aus, was schonmal voraussetzt, dass die Kommunikation zwischen beiden Parteien als schwierig gilt. Alles sehr chaotisch, alles sehr distanzgeprägt und verkomplizierend.

Was erwarten Sie von Mitarbeiterkommunikation?

Ihre Mitarbeiter sind Menschen, die im Unternehmen dieselben Ziele verfolgen wie Sie. Mitarbeitergespräche als ausgelagertes Format unüblicher Kommunikation scheint da ziemlich unangebracht. Wir brauchen für optimale Zusammenarbeit und "normale" Gespräche etwas anderes als Samthandschuhe und Checklisten für Mitarbeitergespräche.

Erfolgreiche Führungskräfte haben immer ein gutes Verhältnis zu ihren Mitarbeitern. Das Schlüsselwort heißt Vertrauen. Und zwar beidseitig.

Für Sie ist das wichtig, denn wie bereits bei den Prinzipien des Delegierens gesagt:

Führung ist Kontrollverlust, der mit Vertrauen kompensiert wird. Klick um zu Tweeten

Für Ihre Mitarbeiter bedeutet das: Mein Chef ist konstant und ich kann seine Reaktionen bestenfalls vorhersehen.

Vertrauen = Aufwand x Zeit

Selbstverständlich will ich Ihnen keine Mitarbeitergespräche verbieten, sondern das Mindset dahinter bewusst machen, welches wir brauchen.

  • Vertrauen
  • meine Zeit den Mitarbeitern geben
  • näher an meinen Mitarbeitern sein
  • normale, menschliche Gespräche

Das kann nur durch regelmäßige, strukturierte, aber themenmäßig freie Gespräche entstehen.

 

1o1s à la Managertools.com

Angelehnt an Michael Auzenne und Mark Horstman von Manager-Tools.com (in Episode 70 schon einmal in Verbindung mit Malik erwähnt), schlage ich Ihnen somit folgende Gesprächsform vor.

Ein One on One (kurz 1o1, einen schmissigen deutschen Begriff habe ich leider noch nicht.) mit einem Ihrer Mitarbeiter, einmal wöchentlich, eine halbe Stunde, mit obrigem Mindset, in sich dreigeteilt. Und zwar so:

  • 10 Min. Mitarbeiterzeit.

Diese wird nicht von Ihnen gelenkt, sondern lediglich eröffnet. Das tun Sie am Besten mit offenen Fragen wie "Wie stehen die Dinge?", "Wie sieht's aus?". So bekommen Sie Zugang zu dem, was Ihren Mitarbeiter momentan beschäftigt.

  • 10 Min. Ihre Zeit.

Es gibt Themen, die sonst kein Formum haben (können). Also Themen, die mehr als zwischen-Tür-und-Angel-Gespräche sind, aber weniger als meetingrelevant gelten.

  • 10 Min. Zukunft.

Hier soll es um Ziele und die Wege dorthin gehen. Karriere-Coaching kann hier passend eingebunden werden.

Und los!

Wenn Ihnen dieses Denken über Mitarbeiterkommunikation gefällt, fangen Sie doch gleich damit an! Dazu brauchen Sie eigentlich nur einen Zeitplan zu erstellen und Einladungen zu verschicken. Teilen Sie darin Ihren Gesprächspartnern unbedingt mit, was Sie vorhaben. Ihr Job ist Führung, nicht Überraschung. Also schicken Sie das 30-minütige Schema mit, damit Ihre Mitarbeiter sich vorbereiten können.

Wäre da nicht das Problem...

Und jetzt kommt das ultimative Gegenargument der Gestressten: Ich habe doch gar keine Zeit für sowas. Und an dieser Stelle vertrauen Sie mir bitte. Sie setzen Ihre Zeit damit wertvoll ein. Direkter Zugang zu den Menschen, die dieselben Ziele wie Sie verfolgen, beiderseitiges Vertrauen, keine Kommunikationshemmungen bei Problem und Lösungsfindungen, mehr Spaß an der Arbeit für alle, Vermeiden von Büro-Tratschereien. Ein so viel angenehmeres Arbeiten ist es wert, 30 Min./Woche/Mitarbeiter zu investieren.

Na, jetzt aber los! Ohne Mitarbeitergespräche

Haben Sie eine vertrauensbildende Woche!

Ihr OLAF DAMMANN