Mit Katharina Stapel spreche ich über Frauen in Führung. Und im Gespräch mit ihr stellt sich sehr schnell heraus, dass die Unterschiede zwischen Mann und Frau vielleicht doch nicht so groß sind, wie angenommen.

Alles eine Frage der (Arbeits-) Zeit?

Katharina Stapel sieht nicht wirklich viele Unterschiede zwischen Mann und Frau, wenn es darum geht, Führungspositionen zu besetzen. Da möchte ich natürlich wissen, warum sind dann trotzdem nur so wenige Frauen in der Führungsebene. Katharina Stapel hat für sich eine Erklärung gefunden, sie ist nämlich der Meinung, dass es vor allem an den Arbeitszeiten liegt. Es sind nun mal die Frauen, die versuchen Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen. Zwischen Kindergarten, Elternabend und Schwimmkurs muss ja irgendwie die Arbeitszeit untergebracht werden. Die Menschen brauchen flexiblere Modelle und darauf sind viele heutige Unternehmen nicht vorbereitet, meint Katharina Stapel.

Schwächt die Frauenquote die Frauen?

Katharina Stapel meint schon. Sie hält nicht viel von der Frauenquote. Sie vergleicht die Situation mit einem Kleinkind, das gezwungen wird sich zu entschuldigen. Mechanisch bittet das Kind um Verzeihung, ohne verstanden zu haben, worum es eigentlich geht. Und so sieht sie das auch bei der Frauenquote. Außerdem ist Katharina Stapel der Meinung, dass es weitaus andere und wichtigere Faktoren gibt, anhand derer wir Menschen „messen“ können, das Geschlecht ist nicht besonders aussagekräftig.

Wir haben das schon immer so gemacht!

Laut Katharina Stapel haben Unternehmen viel größere Probleme, als sich über weiblich oder männlich zu unterhalten. Ihr geht es viel mehr darum, dass Mitarbeiter verstehen, warum sie in einem Unternehmen sind. Ihnen einen Sinn in ihrer Tätigkeit geben. Auch bei Führungskräften kann es vorkommen, dass sie eigentlich gar nicht wissen, warum sie das täglich tun, was sie tun.

Führungskräfte arbeiten zu operativ

Katharina Stapel und ich sind uns einig, dass viele Führungskräfte zu operativ beteiligt sind. Manche Führungskräfte, wie sie aus Erfahrung spricht, sind so sehr involviert, dass wenn einer wegfällt, das Unternehmen gefährdet ist.

Außerdem in dieser Episode: An welchen Stellen können alte Strukturen aufgebrochen werden und wo kommen Unternehmen nicht darum herum.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Rest-Oster-Woche!

Ihr OLAF KAPINSKI

 

 

 

Katharina Stapel ist Geschäftsführerin von Der Neue Manager und sie unterstützt Organisationen im Change-Prozess. Außerdem schreibt sie einen Blog in der Huffingtonpost und berät Firmen dabei, wie sie Innovationen wirklich umsetzen können.

 

Katharina Stapel