In dieser Episode greife ich noch mal das Thema Feedback auf. Darum ging es auch schon in der LEBEN-FÜHREN Episode 217 - Führungskräfte sind konfliktscheu und darum wird es auch in der nächsten Episode noch mal gehen.

Auf der Seite Manager Tools finden Sie eine Vielzahl an Feedback-Modellen und ich möchte Ihnen heute eines davon vorstellen. Es gibt unglaublich viele Feedback-Modelle, wenn Sie mal danach googeln. Da finden Sie dann so Monster wie „In acht Schritten zum perfekten Feedback“. Ich möchte Ihnen allerdings lieber ein Feedback-Modell vorstellen, das mit drei Schritten auskommt.

Einfach entspanntes Feedback

Ich finde, Feedback muss einfach und entspannt sein und das ist es meiner Meinung nach nicht, wenn Sie eine acht Punkte Liste abarbeiten müssen. Außerdem soll Feedback etwas sein, was Sie gerne machen. Das folgende Feedback-Modell ist schnell und macht aus meiner Sicht Spaß.

Das Feedback-Modell im Überblick:

1. Darf ich Ihnen kurz Feedback geben?
2. Wenn Sie...
3. das passiert

Darf ich Ihnen kurz Feedback geben?

Vielleicht geht jetzt ein Raunen durch den imaginären Saal. Warum soll ich als Führungskraft denn fragen, ob ich das darf? Bedenken Sie: Feedback soll keine Rache sein, nichts Schlimmes und auch nicht Beängstigendes. Feedback ist blanker Egoismus von Ihnen. Sie sind nicht erfolgreich, weil Sie der beste Fachmann*frau sind. Sie sind erfolgreich, weil Ihre Leute gut sind. Und um Leute richtig gut zu machen, ist permanentes Feedback das wirksamste Mittel.

Wenn Sie...

Beim Feedback geht es darum, so neutral wie möglich zu sein. Sie sollen nicht bewerten, sondern Sie beschreiben, was Ihnen aufgefallen ist. Vergessen Sie solche Phrasen wie: Ihre Präsentation war toll. Sagen Sie direkt, was toll war, nur dann kann ihr Mitarbeiter das wiederholen. Nutzen Sie dazu den Satzanfang „wenn Sie..“ und danach können Sie wertschätzen. Angenommen Sie fanden die Präsentation langweilig. Mit so einer Aussage helfen Sie keinem Ihrer Mitarbeiter weiter. Haben Sie für sich klar, was Sie haben wollen. Auf das „wenn Sie...“ Folgt eine Beschreibung des beobachtbaren Verhaltens.

Das passiert...

Vielleicht hört sich das am Anfang etwas unrund an, wenn Sie wirklich anhand der Sätze durch das Feedback-Modell gehen. Sie, aber auch Ihre Mitarbeiter wissen daher allerdings, an welcher Stelle Sie grade im Feedback-Modell stehen. Im letzten „das passiert“-Teil erklären Sie, was Sie sich vielleicht das nächste Mal anders wünschen. Dabei formulieren Sie aus der Ich-Perspektive und Sie erklären, was Ihnen wichtig ist. Möglicherweise kommen Sie an einen Punkt mit dem Mitarbeiter, dass dieser einfach nicht wusste, was sein Verhalten für Sie bedeutet.

In dieser Episode erkläre ich Ihnen außerdem die zwei Eskalationsstufen und warum Feedback ganz oft einfach positiv ist.

Ich wünsche Ihnen erfolgreiches Feedback-geben

Ihr OLAF KAPINSKI