615 Karriereplanung ist Quatsch

Die Pointe gleich zu Beginn: Die wenigsten Menschen planen ihre Karriere. Zwischen Planen und “wir denken es uns mal aus” liegt ein gewaltiger Unterschied. Was es wirklich gibt, ist eine Führungsreise. Und die verläuft bei den allermeisten zufällig.

Zufall ist der Normalfall

Der Job ist für die meisten von uns nicht der Hauptteil des Lebens. Es kommt Nachwuchs, es gibt eine neue Stadt, einen neuen Chef, ein Angebot vom ehemaligen Arbeitgeber oder eine Überschrift im Newsticker, bei der Sie denken: Da wäre ich gerne dabei. So bewegt sich die Reise.

Der Zufall an sich ist harmlos. Problematisch wird es, wenn Sie das Gefühl haben, ihm ausgeliefert zu sein. Dieses Gefühl, den Griff am eigenen Leben zu verlieren, fühlt sich schlicht doof an. Wer in Führung will, steht auf der aktiven Seite. Auf einen Wink des Schicksals zu warten, passt da nicht hinein.

Die vier Schritte der Führungsreise

Schritt 1: Klarheit schaffen

Wollen Sie das überhaupt? Wer in Führung will, muss Bock auf Menschen haben, auch im Zeitalter der KI geht nichts an Ihnen vorbei. Wegmotivation reicht dabei nicht: “So schlimm wie mein Chef das hinbastelt, kriege ich es auch hin” ist kein Fundament. Und wer jahrelang rumeiert, macht sich vor sich selbst zum Heinz und liefert den Beweis gleich mit, dass er es in Führung nicht weit bringen wird. Führen heißt, Ergebnisse zu erzielen.

Schritt 2: Vorbereitung

Eine Entscheidung ohne Tätigkeit dahinter hilft nichts. Der härteste Sprung ist der von “ich führe nicht” hin zu “ich führe”. Bauen Sie sich in rund sechs Monaten so auf, das jeder sehen kann, dass Sie Führungsmaterial sind. Sprechen Sie dafür mit Menschen, die den Weg bis zur ersten Beförderung kennen.

Schritt 3: Ein Betriebssystem aufbauen

Mehr als drei Monate Schonfrist bekommen die wenigsten. Wer vorbereitet ist, steht besser da als die Führungskraft, deren Chef reinkommt mit: “Der Müller hat gekündigt, übernehm doch mal die IT.” Ein Führungsbetriebssystem, bei mir heißt es Leadership OS, sorgt dafür, dass Sie der Reihe nach die richtigen Dinge tun und nichts verdammeln.

Schritt 4: Austausch auf Augenhöhe

Wer seid ein paar Jahren dabei ist, stößt auf das nächste Problem: Es gibt niemanden mehr, mit dem Sie wirklich reden können. Der Chef fällt meist aus, die Kollegen sind im Haifischbecken Konkurrenten. Und bitte legen Sie Ihren schwierigsten Mitarbeiter nicht dem LLM Ihrer Wahl vor, um ihn am nächsten Morgen auf Basis eines PowerShell-Statistik-Skripts rauszuwerfen. Empathie bleibt unser unersetzliches Revier.

Was Sie brauchen, ist ein Kreis von Führungskräften auf ähnlichem Niveau, die Ihnen nichts wollen und nachhaken: “Was ist aus dem Mitarbeiter geworden, über den du vor vier Wochen gesprochen hast?” Ohne diesen Druck bleibt Verstehen gern ohne Umsetzung.

Landkarte gefällig?

Am Mittwoch, 16.09., 12:30 Uhr, zeige ich im Webinar “Die ersten 100 Tage” das Leadership OS im Überblick. Wir schauen auf das neue Rollenmodell und markieren die Stellen der Seekarte, an denen ein Drache sitzt 🐉 Nach zwei Stunden haben Sie die richtigen Fragen im Kopf und fangen ab Donnerstag mit dem Umsetzen an.

 

Bleiben Sie in Führung
Ihr Olaf Kapinski 🙂