568 Warum sich Abteilungen selbst erhalten

Die unbequeme Wahrheit über organisatorische Strukturen

Kennen Sie das? Da sitzt eine Abteilung im Unternehmen, die vor Jahren einen klaren Auftrag hatte, aber heute eigentlich überflüssig ist. Trotzdem existiert sie weiter – und findet immer neue Rechtfertigungen für ihre Existenz.

Historische Beispiele: Von Gewerkschaften bis Arbeitsschutz

Nehmen wir Gewerkschaften als Paradebeispiel: Vor 150 Jahren, als Bergleute unter katastrophalen Bedingungen schufteten, machte ihre Gründung absolut Sinn. Aber wann ist die Mission eigentlich erfüllt? Wann können sich diese Organisationen zurücklehnen und sagen: “Mission accomplished”?

Das Problem: Sie tun es nie. Stattdessen finden sie immer weitere Aufgaben, immer neue Rechtfertigungen. Arbeitsschutzabteilungen diskutieren plötzlich darüber, ob Handläufe an Treppen verpflichtend genutzt werden müssen. Das Ergebnis sehen wir überall: Fahrradhelm-Pflicht und ähnliche Auswüchse.

Der blinde Fleck in Ihrer eigenen Führung

Drehen wir den Spieß um: Was macht Ihre Abteilung noch, obwohl es längst automatisiert werden könnte? Was erledigen Sie noch aus purer Angst vor Veränderung?

Ein krasses Beispiel aus der Praxis: Sieben Mitarbeiter in einer Buchhaltung, die täglich Papier auf Scanner legen und Daten abtippen – obwohl OCR-Software diese Aufgabe seit Jahren maschinell erledigen könnte. Der Abteilungsleiter? Null Bewegungsdrang, null Karriereambitionen.

Der Unterschied zwischen Management und Führung

Echte Führung bedeutet: Ich will mich arbeitslos machen. Ich will mich so sehr aus dem Tagesgeschäft herausoptimieren, dass meine bisherige Position überflüssig wird. Das klingt paradox, führt aber konsequent nach oben.

Der Auftrag der IT: Menschen arbeitslos machen 🤖

Für IT-Führungskräfte gilt das besonders: Unser Job ist es, Prozesse zu automatisieren und Menschen von repetitiven Tätigkeiten zu befreien. Wer damit noch immer ein Problem hat, hat seinen Auftrag nicht verstanden.

Die entscheidenden Fragen für Sie:

  • Was machen Sie noch aus Angst vor Veränderung?
  • Welche Aufgaben waren vor fünf Jahren sinnvoll, sind es aber heute nicht mehr?
  • Wo fahren Sie gedanklich immer um das gleiche “Steinchen” herum?
  • Was könnten Sie weglassen, ohne dass es jemand merkt?

Die Zeit für radikales Umdenken ist gekommen. Hinterfragen Sie Strukturen, automatisieren Sie Prozesse und haben Sie den Mut, Überflüssiges abzuschaffen. Nur so bleiben Sie als Führungskraft relevant.

Bleiben Sie in Führung
Ihr Olaf Kapinski 🙂