607 LinkedIn: Feed stirbt, Plattform bleibt

LinkedIn ist voll mit KI-generiertem Inhalt, den niemand wirklich lesen will. Bullet-Point-Listen mit grünen Pfeilen, drei Emojis pro Post, schnell zusammengeklickter Text ohne echtes Leben dahinter. Und trotzdem kommen wir nicht weg. Warum das so ist und was das für Sie bedeutet, darum geht es in dieser Episode LEBEN-FÜHREN.

Der Feed ist kaputt, und das bleibt so

Die Entstehungskosten für einen LinkedIn-Post sind praktisch null. Genau das ist das Problem. Sobald Verbreitung nichts kostet, lohnt sich Masse statt Qualität. Was wir heute erleben, ist dasselbe Phänomen wie E-Mail-Spam, nur heißt es jetzt KI-Slop. Der Algorithmus befeuert das noch zusätzlich, weil KI-generierter Content über Analytics ausgewertet wird und der nächste Post noch gezielter produziert wird. Eine Schleife, die den Feed immer bunter und immer bedeutungsloser macht.

Eine ernstzunehmende Alternative wird es nicht geben. Entweder ist ein neues Netzwerk zu exklusiv und kommt nie vom Boden weg, oder es wird innerhalb weniger Monate genauso versloppt wie LinkedIn heute.

Was wirklich bleibt

LinkedIn wird nicht sterben. Es wird dunkler. Die Power verschiebt sich dorthin, wo echte Beziehungen stattfinden:

  • Recruiting: Kein anderes Tool liefert so viele qualifizierte Bewerbungen für so geringen Aufwand. Dieser Teil bleibt.
  • Profil als digitale Visitenkarte: Personalrecruiter suchen auf LinkedIn. Halten Sie Ihre Positionsliste und Ihre Kontakte aktuell.
  • Direktnachrichten zwischen echten Menschen: LinkedIn als WhatsApp-Ersatz für bestehende Kontakte funktioniert und bleibt relevant.
  • Private Gruppen: Wo man weiß, dass die Teilnehmer echt sind und keine Bots, entsteht echter Wert.

Was Sie konkret tun sollten

Hören Sie auf, LinkedIn-Posts zu schreiben in der Hoffnung, dass irgendjeman das interessiert. Pflegen Sie stattdessen Ihr Profil, Ihre Kontakte und Ihre echten Beziehungen auf der Plattform. Der Feed wird irrelevant, das Netzwerk dahinter nicht.

Und wenn Sie Content produzieren: Stellen Sie sicher, dass dahinter ein lebendes Produkt steckt. Ein Podcast, eine echte Meinung, eine Person. KI als Hilfsmittel ist in Ordnung, aber ohne echten Kern dahinter bleibt es Rauschen. 🎙️

Die Prognose

LinkedIn bleibt das zentrale Berufsnetzwerk. Der öffentliche Feed wird zunehmend bedeutungslos. Die eigentliche Aktivität verlagert sich in den Sales Navigator, in Recruiting-Tools und in das, was man dunkles LinkedIn nennen kann: Peer-to-Peer, Gruppen, echte Kommunikation. Wer das verstanden hat, nutzt LinkedIn klüger als die meisten.

Wenn Sie wollen, vernetzen wir uns: LinkedIn-Profil Olaf Kapinski:

Bleiben Sie in Führung
Ihr Olaf Kapinski 🙂