Dies ist die letzte Folge von meiner kleinen Serie: Frauen in Führung. Im heutigen Interview ist Martina Lackner. Und ihr Artikel in der WIWO war der Auslöser für die gesamte Interview-Reihe!

Den Artikel „Woran Frauenkarrieren wirklich scheitern“ können Sie hier nach lesen. Wer traut sich, sowas zu schreiben, habe ich mich gefragt. Mich hat die Idee hinter diesem Artikel brennend interessiert und deswegen habe ich Martina Lackner persönlich gefragt, ob es keinen Sinn macht, dass Frauen Karriere machen. Natürlich macht es Sinn, dass Frauen Karriere machen wollen, meint sie. Aber sie möchte auch differenzieren. Ihrer Meinung nach gibt es viele Frauen, die sehr gut ausgebildet sind, aber an der gläsernen Decke scheitern. Und dann gibt es ein paar sehr gut ausgebildete Frauen, die nach ein paar Jahren ihren Mann kennenlernen und fortan das Mutter Dasein pflegen und in alte traditionelle Muster zurückfallen. Außerdem haben Frauen das Problem, dass sie Familie und Beruf einfach schon aus Zeitgründen nicht gut vereinbaren können.

Frauen brauchen ein Karriere-Umfeld?!

Martina Lackner meint, dass die Frauen, die heute 30/40 Jahre alt sind, von Müttern großgezogen wurden, die selbst nie Karriere gemacht haben. Somit fehlt vielen Frauen ein Vorbild. Gleichzeitig ist es schwierig zu sagen, ob es diese Vorbilder überhaupt gibt. Laut Martina Lackner haben die Frauen, die „es“ geschafft haben, aus eigener Kraft geschafft.

Frauen müssen anfangen in die Zukunft zu denken

Martina Lackner vertritt die These, dass vielen Frauen ihr Leben gar nicht so bewusst ist. Für Frauen ist Geld kein Thema, sie denken darüber nicht nach. Erst wenn der Mann nach 15-20 Jahren auf der Karriereleiter weit oben steht und die Frau bis dato nur die Kinder und den Haushalt gemacht hat, wird Frauen klar, wo sie stehen (-geblieben sind). Im unglücklichen Fall kommt es dann zu geschiedenen Ehen und die Frau muss mit ihrer mickrigen Rente zurechtkommen. Frauen sollten, laut Martina Lackner, auch das Finanzielle ruhig öfter mal im Auge haben.

Unterstützung von Frauen

Frauen brauchen mehr Unterstützung, was die Kinderbetreuung angeht. Klar gibt es Krippen und Kitas, aber wenn’s dann eben doch mal später im Büro wird oder das Kind krank ist oder die Arbeit erfordert einen Auslandseinsatz - in diesen Fällen muss gewährleistet sein, dass Frauen sich Unterstützung holen können und dazu braucht es bezahlbares Servicepersonal. Martina Lackner findet, das muss vorhanden sein, damit Frauen mehr in die Führungsebene kommen.

Frauen arbeiten für Sinn - Männer arbeiten für Geld, Macht und Einfluss? Warum wir ein generelles Umdenken brauchen und wie unsere Zukunft aussehen könnte, hören Sie in dieser Episode.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche!

Ihr OLAF KAPINSKI

 

Martina Lackner: Sie ist Psychologin, Psychotherapeutin und ausgebildeter systemischer Coach. Außerdem ist sie langjährige Führungskraft und schreibt für Focus online, Stern, WIWO usw. Weiter hat sie das Buch „Psychologische Unternehmensführung“ geschrieben und ist Co Autorin des Buches „21 Erfolgsfrauen - 21 Karriereformeln“. Mittlerweile führt Martina Lackner ihre PR-Agentur Cross M.

Martina Lackner