{"id":9543,"date":"2019-04-29T05:00:09","date_gmt":"2019-04-29T03:00:09","guid":{"rendered":"https:\/\/leben-fuehren.de\/?p=9543"},"modified":"2020-05-22T12:43:26","modified_gmt":"2020-05-22T10:43:26","slug":"taeter-opfer-retter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/leben-fuehren.de\/r3\/taeter-opfer-retter\/","title":{"rendered":"237 T\u00e4ter &#8211; Opfer &#8211; Retter"},"content":{"rendered":"<p>Die meisten von Ihnen kennen folgende (oder zumindest ansatzweise \u00e4hnliche Situationen): Der Chef macht darauf aufmerksam, dass der Mitarbeiter schon wieder zu sp\u00e4t zum Meeting erschienen ist und dass er bitte doch p\u00fcnktlich kommen soll. Daraufhin antwortet der Mitarbeiter dann, dass er noch den Kundenanruf zu ende machen musste und dass der Chef ja gesagt hat, Kunden seien wichtig.<\/p>\n<p><strong>Die meisten Chefs reagieren auf sowas meistens mit den folgenden drei Antworten:<\/strong><br \/>\n1. Der Kunde ist wichtig. Worum ging es denn diesmal?<br \/>\n2. Ja ich verstehe, aber wir hatten uns doch gemeinsam darauf geeinigt, dass uns die Teammeetings auch wichtig sind.<br \/>\n3. Nat\u00fcrlich ist der Kunde wichtig, aber der springt uns schon nicht ab, nur weil Sie p\u00fcnktlich im Teammeeting erscheinen.<\/p>\n<p>An diesem plakativen Beispiel erkennen Sie, dass diese Diskussionsschleife endlos weitergef\u00fchrt werden kann. Der Mitarbeiter sagt dann z.B. \u201eNa gut, dann w\u00fcrg ich den Kunden das n\u00e4chste Mal eben ab!\u201c Der Chef dann: \u201eNein, das hab ich nicht gesagt!\u201c Usw. Und das Gute an der ganzen Geschichte: Es gibt eine L\u00f6sung daf\u00fcr!<\/p>\n<h2>Das Drama-Dreieck<\/h2>\n<p>Der oben genannte Dialog ist ein Akt mit drei Rollen: T\u00e4ter, Opfer und Retter. Die meisten Menschen werden das Gef\u00fchl kennen, wenn sie innerhalb eines Dialoges in eine Ecke gestellt werden, von der sie glauben, dass sie dort nicht hingeh\u00f6ren. Das Hauptproblem des Drama-Dreiecks ist der Automatismus, der ausgel\u00f6st wird. Ein Beispiel aus dem wahren Leben. Ein P\u00e4rchen plant eine Familienfeier. Sie geht los, um noch was zu erledigen und sagt: \u201eSchaaatz, du kannst auch mitkommen, wenn du willst!\u201c Er: \u201eNein, ich hab noch was zu tun!\u201c Sie dann wieder: \u201eAchso, du bist also der Einzige der hier was macht, oder was?\u201c Er versteht die Welt nicht mehr und ist mit einem Vorwurf konfrontiert, den er gar nicht gemacht hat. Am Ende der Geschichte steht dann nicht mehr die Familienfeier im Mittelpunkt, sondern die beiden haben auf einmal einen Streit auf der Beziehungsebene.<\/p>\n<h2>Wo ist das Problem?<\/h2>\n<p>Die ersten beiden S\u00e4tze des Beispiels sind einfach S\u00e4tze. Allerdings nimmt die Frau nach dem zweiten Satz die Opferrolle ein. Meint, sie nimmt den Satz des Mannes (\u201eich habe noch zu tun\u201c) als T\u00e4terrolle wahr. Kurzum, sie f\u00fchlt sich in die Opferrolle gedr\u00e4ngt, weil sie einem Angriff ausgesetzt war. Und genau hier beginnt das Problem. Das Drama-Dreieck nimmt seinen Lauf. Ganz viel von dieser Reaktionsweise passiert automatisch. Weil wir das so vorgelebt bekommen und es eben selber auch immer wieder tun. Das Drama-Dreieck beschreibt Gespr\u00e4chs- und Konfliktsituationen zwischen zwei und mehr Leuten. \u00dcblicherweise ist es so, dass ein Teilnehmer der Situation eine Rolle einnimmt, weil der andere das so herbeif\u00fchrt. Also wenn einer h\u00f6rt, dass das Gegen\u00fcber die T\u00e4terrolle einnimmt, dann schl\u00fcpft die entsprechende Person gerne automatisch in die Opferrolle.<\/p>\n<h2>Die Rollen in dem Spiel<\/h2>\n<p>Ein T\u00e4ter ist der Meinung, dass Angriff die beste Verteidigung ist. Er kritisiert, er setzt herab und macht Vorw\u00fcrfe. Solche Menschen finden sich h\u00e4ufig im Firmenumfeld in der oberen Ecke der Hierarchien. Grade schwache Chefs sind st\u00e4ndig in der T\u00e4terrolle unterwegs. Sie vermitteln den Eindruck, dass die anderen nicht gut genug sind. Aus meiner Sicht, um die eigenen Schw\u00e4chen zu verstecken. So z\u00fcchtet man sich im \u00fcbrigen Opfer.<br \/>\nOpfer ziehen sich zur\u00fcck und warten, bis der Sturm vor\u00fcber ist. Sie sind unterw\u00fcrfig und spielen hilflos. Ein Opfer braucht nicht aktiv zu werden, es l\u00e4sst sich einfach anschreien. Zus\u00e4tzlich ist es super leicht, ein Opfer zu sein. Opfer zeigen leidende Reaktionen, solange bis der Retter auftaucht. Der Retter ist der Held. Er wird endlich wieder gebraucht. Der Retter k\u00f6nnte selbst als T\u00e4ter einspringen, was jedoch von den anderen nicht so beklatscht wird. An sich ist das nat\u00fcrlich toll, wenn der Held sich vor das arme Opfer stellt und heldenhaft den Retter spielt. Allerdings schwingt dort eine Einstellung mit: Ohne mich geht hier gar nichts.<\/p>\n<h2>Welche Rolle nimmt der Chef ein?<\/h2>\n<p>Gehen wir noch mal zur\u00fcck in den ersten Dialog zwischen Mitarbeiter und Chef. Bei der ersten Antwort gibt der Chef den Retter. Bei der Zweiten ist der Chef das Opfer. Dann haben wir noch den Chef in der T\u00e4terrolle, bei der dritten Antwort. Woraufhin der Mitarbeiter ganz schnell in die Opferrolle geht und antwortet, er k\u00f6nne den Kunden das n\u00e4chste Mal ja auch einfach versetzen. Der wichtige Punkt ist jetzt, dass an keiner Stelle der Mitarbeiter n\u00e4chstes Mal p\u00fcnktlich im Meeting erscheint. Das Einzige, was hier passiert ist, dass S\u00e4tze ausgetauscht werden.<\/p>\n<h2>Einfach aussteigen!<\/h2>\n<p>In allen drei F\u00e4llen ist das Ergebnis nicht: Ja, habe ich verstanden, das n\u00e4chste Mal bin ich p\u00fcnktlich. Gehen Sie nicht ins Drama-Dreieck, weil es zu nichts f\u00fchrt. Hier werden nur Rollen gespielt und nicht die Sache an sich besprochen. Wenn Sie sich im Drama-Dreieck befinden, dann springen Sie raus! Zur\u00fcck zur Familienfeier: Bis zum ersten Satz vom Mann ist die Situation nur bei ihr eskaliert. Er merkt nur, dass ein Gewitter aufzieht. Nutzen Sie dazu separators, wenn Sie erkennen, dass Sie grade Drama-Dreieck spielen. Im NLP sind das Dinge, die den anderen aus seinen Gedanken rausholen. Das kann zum Beispiel einfach ein anderes Thema sein. Und dann wieder dahin zu dem, was Sie eigentlich grade in diesem Gespr\u00e4ch regeln m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche eine Woche ohne Drama!<br \/>\nIhr OLAF KAPINSKI <i class=\"fa fa-smile-o\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/p>\n<div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4320\"><div class=\"fw-wrap-boxed-media fw-wp-audio-shortcode\"><audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-9543-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/leben-fuehren.de\/cast\/LF237.m4a?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/leben-fuehren.de\/cast\/LF237.m4a\">https:\/\/leben-fuehren.de\/cast\/LF237.m4a<\/a><\/audio><\/div><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_m4a\" style=\"margin-bottom: 1px !important;\">Podcast: <a href=\"https:\/\/leben-fuehren.de\/cast\/LF237.m4a\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/leben-fuehren.de\/r3\/?powerpress_pinw=9543-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/leben-fuehren.de\/cast\/LF237.m4a\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"LF237.m4a\">Download<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kennen Sie den Ausweg aus dem Drama-Dreieck? In dieser Episode nehme ich dieses Modell mal auseinander und biete eine wirksame L\u00f6sung.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":9821,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-9543","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-podcast"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/leben-fuehren.de\/r3\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9543","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/leben-fuehren.de\/r3\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/leben-fuehren.de\/r3\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/leben-fuehren.de\/r3\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/leben-fuehren.de\/r3\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9543"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/leben-fuehren.de\/r3\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9543\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/leben-fuehren.de\/r3\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9821"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/leben-fuehren.de\/r3\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9543"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/leben-fuehren.de\/r3\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9543"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/leben-fuehren.de\/r3\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9543"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}