{"id":2239,"date":"2016-01-18T05:00:55","date_gmt":"2016-01-18T04:00:55","guid":{"rendered":"http:\/\/leben-fuehren.de\/?p=2239"},"modified":"2020-05-20T19:22:42","modified_gmt":"2020-05-20T17:22:42","slug":"eigentlich-sagt-man-aber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/leben-fuehren.de\/r3\/eigentlich-sagt-man-aber\/","title":{"rendered":"69-eigentlich sagt man aber"},"content":{"rendered":"<p>In der heutigen Episode geht es eigentlich um Details in der Sprache aber man wei\u00df ja nie&#8230;<!--more--><\/p>\n<p>Wir nutzen sie permanent, ob aktiv oder passiv, meist zu Kommunikationszwecken zwischen mehreren Individuen. Dabei enth\u00e4lt eine Aussage nicht nur eine Aussage, sondern beispielsweise auch Informationen \u00fcber des Sprechers Pers\u00f6nlichkeit auf einer Metaebene. Diese Metaebenen werden, sofern die Kommunizierenden sich darauf nie konzentriert haben, unbewusst konstruiert und wirken auch unbewusst konstruierend im Bezug auf das Bild des Gegen\u00fcbers. Wenn wir das klar haben, k\u00f6nnen wir uns und unsere Ziele bewusst konstruieren, vorausgesetzt wir kennen die ausschlaggebenden Indikatoren.<\/p>\n<p>[bctt tweet=&#8221;Jede Kommunikation verfolgt ein Ziel. Immer.&#8221;]<\/p>\n<p>Der Titel dieser Episode verr\u00e4t schon, um welche W\u00f6rter es mir geht. Diese W\u00f6rter sind keineswegs sprachliche Tretminen oder No-Go&#8217;s, allerdings sollte uns bewusst sein, was sie vermitteln.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<p>Zur Darstellung von Argumenten bzw. welche Stimmung wollen wir bereiten?<\/p>\n<h2>Der &#8220;Nein&#8221;-Sager<\/h2>\n<p>&#8220;Nein&#8221; schl\u00e4gt alles, was der Kommunikationspartner sagt, kurz und klein, l\u00e4sst keinen Raum f\u00fcr Alternativen und sagt dem Gegen\u00fcber so etwas wie &#8220;stimmt nicht, du bist doof&#8221;. Das kann nat\u00fcrlich ein Ziel verfolgen. Meistens ist es jedoch nicht sehr produktiv, vor allem wenn wir \u00fcber Businesskommunikation sprechen.<\/p>\n<h2>Der &#8220;Aber&#8221;-Sager<\/h2>\n<p>Ein &#8220;aber&#8221; ist ein kleiner Fortschritt gegen\u00fcber zum &#8220;nein&#8221;. Es dr\u00fcckt immer noch Protest aus und arbeitet gegen Kooperativit\u00e4t, erkennt die Aussage der Gegenseite zudem an und l\u00e4sst Diskussion zu.<\/p>\n<h2>Der &#8220;Und&#8221;-Sager<\/h2>\n<p>Ein &#8220;und&#8221; ist der klare Gewinner, wenn das Ziel eine bereichernde Diskussion oder eine vielf\u00e4ltige, beider-\/mehrseitige Meinungsdarstellung ist. Ein &#8220;und&#8221; kn\u00fcpft Argumente zusammen. So kommen wir vom &#8220;Stimmt nicht, du bist doof&#8221;, \u00fcber &#8220;stimmt, aber du bist trotzdem doof&#8221; zum &#8220;stimmt und in meiner Welt kommt \u2026 hinzu&#8221;.<\/p>\n<p>Die bis jetzt genannten Zielindikatorw\u00f6rter bzw. sogar Kommunikationsstrategien sind ziemlich offensichtlich. Es gibt auch welche, die sich so sehr unbewusst in unser Sprechen einf\u00fcgen, dass wir, selbst beim Versuch sie zu vermeiden, oft nicht merken, dass wir sie aussprechen. Kleine Beispiele im Folgenden.<\/p>\n<h2>&#8220;Man&#8221;<\/h2>\n<p>&#8220;Man&#8221; nutzen Menschen (meist unbewusst), um von sich abzulenken und das Subjekt, \u00fcber das sie sprechen, auf eine unbekannte, handlungsunf\u00e4hige Instanz zu projizieren. Ziel ist damit eindeutig, dass der Sprecher von sich weg weist und sich selbst handlungsunf\u00e4hig macht. &#8220;Man&#8221; ist ein sprachliches Mittel zur Dissoziierung und Limitierung.<\/p>\n<h2>&#8220;Eigentlich&#8221;<\/h2>\n<p>Wenn jemand dieses Wort in einen Satz einf\u00fcgt, relativiert er in genau diesem Satz seine eigene Aussage. Ziemlich unsinnig. Es sei denn, Relativierung und Defokussierung sind das Ziel.<\/p>\n<p>Haben Sie eine aufmerksame Woche<\/p>\n<p>Ihr OLAF DAMMANN <i class=\"fa fa-smile-o\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/p>\n<hr \/>\n<h3><span style=\"color: #808080;\">Transcript von &#8220;eigentlich sagt man aber&#8221;<\/span><\/h3>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Guten Tag und hallo!<br \/>\nEigentlich w\u00fcrde ich sie gern willkommen hei\u00dfen. Man spricht hier so h\u00e4ufig \u00fcber gro\u00dfe Ziele aber das ist ja alles so schwer. Wer hoch hinaus will, f\u00e4llt auch tief, das wissen wir doch. Man kann ja nicht alles haben, das ist ja nicht realistisch.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Wenn ihnen bis hier noch nichts aufgefallen ist, dann wird das eine sehr wertvolle Episode f\u00fcr Sie.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Wenn sie bereits k\u00f6rperliche Reaktionen zeigen, lehnen Sie sich entspannt zur\u00fcck: schlimmer wird\u2019s nicht, das Intro hat mir auch wehgetan.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Heute geht es mir um Sprache. Nicht um Rhetorik, Dramaturgie, Storytelling oder B\u00fchnenpr\u00e4senz. Nur ganz schlicht um den Einsatz von Sprache im Alltag.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Trivial, sagen Sie? Okay, lassen sie sich \u00fcberraschen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Kennen Sie Menschen, die versuchen mit einem Fuchschwanz, also einer Hands\u00e4ge, einen Nagel in die Wand zu schlagen? Gibt es nicht, sagen Sie?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Weil eine S\u00e4ge ein Werkzeug ist, dessen Einsatzbereich hinl\u00e4nglich bekannt ist. In der Sprache geht es \u00e4hnlich. Allerdings h\u00f6re ich da sehr viele Menschen, S\u00e4gen auf N\u00e4gel eindreschen. Und sich dann \u00fcber das Ergebnis wundern. Lassen Sie mich mit der schr\u00e4gen These anfangen, dass wir mit jeder Kommunikation ein Ziel erreichen wollen. Selbst scheinbar zielloses Kl\u00f6nen, was ich auch genie\u00dfe, wenn es gut l\u00e4uft, hat ein Ziel: Leichte Unterhaltung, vielleicht den Gegen\u00fcber besser kennen lernen, in engeren Kontakt kommen, etwas lernen, einen nette Zeit zusammen verbringen. Bei manchen Kommunikationen ist uns das Ziel sehr klar. Ich meine hier gar nicht das romantische Kamingefl\u00fcster, wobei das ein gutes Beispiel w\u00e4re. Bei manchen Kommunikationen tun wir so, als ob das Ziel klar w\u00e4re:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Hier ist das Restaurant, der Gast hat sich entschieden und will bestellen. Was ist das Ziel? Nein, nicht unbedingt essen bestellen! Wir tun so, als ob es das w\u00e4re. Da k\u00f6nnen eine ganze Menge Sekund\u00e4rziele mitschwingen: Beispielsweise die anderen G\u00e4ste mit der exquisiten Auswahl, wahlweise den eigenen Fremdsprachenkenntnissen beeindrucken. In manchen Bestellungen, die ich so zu h\u00f6ren gezwungen werde, ist eine Machtdemonstration drin. \u201eSie bringen uns jetzt die 23, die 45 und die 63 f\u00fcr die Dame. Dazu ein Wasser und ein Bier. Aber nicht tr\u00f6deln.\u201c Und auch da darf gefragt werden, ob es Dominanzgehabe gegen\u00fcber dem Ober ist oder Imponiergehabe in Richtung der mitgebrachten Dame. Hier scheint es sich um ein m\u00e4nnliches Thema zu handeln.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">In der Damenwelt verbreitet ist das Sekund\u00e4rziel, sich selber als super k\u00f6rperbewusst darzustellen \u201eHach, dann esse ich heute halt den gro\u00dfen Salat, dann gehe ich morgen eben 20k laufen.\u201c Oder als schutzbed\u00fcrftig \u201eSchatz, ich wei\u00df gar nicht, was ich nehmen soll\u201c.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Sie erinnern sich? Wir waren beim Essen bestellen. Zumindest als Oberfl\u00e4chliches Ziel. Ich will keines der sekund\u00e4rziele bewerten. Jeder lebt sein Leben so gut sie oder er kann. Wer sein Leben als M\u00e4uschen oder Angeber verbringen will, darf das gern tun. Und h\u00f6rt hier eh nicht zu.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Erfahrung zeigt, dass die Ziele deutlich schneller erreicht werden, wenn alle Ziele klar sind. \u201eKlar\u201c hei\u00dft hier nur sich selber klar. Nat\u00fcrlich nicht offen ausgesprochen. Manchmal ist es ja schon ein St\u00fcck, sich selber die Sekund\u00e4rziele einzugestehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Jetzt kriege ich langsam die Kurve zur S\u00e4ge. Und vor allem zur \u00dcberschrift.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Ich pointiere uns was ich meine, mit ein paar Mini-Dialogen. Und ja, das geht jetzt sehr ins Detail. Es geht mir um die Stimmungen, die die S\u00e4tze verbreiten um das emotionale Moment.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Also los, hier der erste Dialog:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Person A: \u201eIch war gestern in dieser Theaterauff\u00fchrung, das war toll! Witzige Kulisse, und sch\u00f6n gespielt!\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Person B: \u201eNein, f\u00fcr das Geld war das nix, da habe ich mehr erwartet\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Wie ist die Stimmung? Genau, das war heftig, eine emotionale Vollbremsung. Das war sehr deutlich, und habe ich auch nur selten geh\u00f6rt. Zumindest nicht bei einem so harmlosen Thema. Was ich allerdings oft h\u00f6re, ist ein \u201eNein\u201c, wenn es um sogenannte harte Diskussionen geht. Und auch da macht das \u201enein\u201c eine Emotionale Vollbremsung. Was will ich erreichen? Bockig au meinem Standpunkt bestehen? Die anderen Diskussionsteilnehmer vor den Kopf sto\u00dfen? Als \u201eNein\u201c-Sager bekannt werden? Wenn ja, ist \u201eNein\u201c ein hervorragendes Werkzeug.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Jede Kommunikation zahlt auf unser Konto ein, das die andere von uns in ihrem Kopf hat. \u201eNein\u201c ist immer noch so oft gesagt. Viele machen sich nun eben nicht klar, was sie damit anrichten. Und wundern sich dann, wenn andere Menschen sie anders wahrnehmen, als sie sich selber. Fremdbild vs. Selbstbild. Und ein st\u00e4ndig, nat\u00fcrlich unbewusst gespieltes \u201enein\u201c erzeugt halt dauerhaft ein bestimmtes Bild in den K\u00f6pfen der Kommunikationspartner.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Und das passiert. Unbewusst. Egal wie professionell sie glauben, ihr Gegen\u00fcber von Ihnen denkt. Kommunikation passiert nur zu einem ganz kleinen Teil bewusst.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Jetzt wissen wir, was wir nicht wollen. Ich gebe Ihnen den Mini-Dialog noch einmal, ein klein Wenig angepasst:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Person A: \u201eIch war gestern in dieser Theaterauff\u00fchrung, das war toll! Witzige Kulisse, und sch\u00f6n gespielt!\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Person B: \u201eAber, f\u00fcr das Geld war das nix, da habe ich mehr erwartet\u201cr<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">F\u00fchlt sich genauso an, oder? Und das ist mein Punkt: \u201eAber\u201c f\u00fchlt sich dem nein seeehr \u00e4hnlich an. Nur habe ich diesen Aber-Dialog schon oft geh\u00f6rt, ein klares Nein ist schon sehr selten. H\u00f6ren Sie sich mal um: Wie oft werden sie geabert? Wie oft haben Sie geabert?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Um sich das mal ganz drastisch klar zu machen: Sie k\u00f6nnen so gut wie jedes \u201eaber\u201c mit dem Wundersch\u00f6nen W\u00f6rtchen \u201eQuatsch\u201c austauschen. Die Aussage bleibt gleich, wird nur deutlicher. \u201eAber\u201c geht in den Konflikt, \u201eAber\u201c ist Wiederstand, lehnt ab.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Haben Sie Ihre eigenen sekund\u00e4ren Ziele klar: Wenn Sie als sympathisch, als aufgeschlossen, als kooperativ wahrgenommen werden wollen, vermeiden Sie \u201eAber\u201c.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Nehmen Sie stattdessen das Argument auf und f\u00fcgen Sie Ihres daran.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Person A: \u201eIch war gestern in dieser Theaterauff\u00fchrung, das war toll! Witzige Kulisse, und sch\u00f6n gespielt!\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Person B: \u201eJa, die mochte ich auch. Nur fand ich den Preis ziemlich hoch, da habe ich mehr erwartet\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Das f\u00fchlt sich doch gleich mal anders an, oder? \u00dcbrigens, eine Allzweckformel der Fresh Academy ist die hier: Ersetzen Sie \u201eaber\u201c durch ein \u201eja, stimmt, und\u201c.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Achten Sie einmal drauf, wie oft sie die Menschen um sie herum \u201eaber\u201c sagen h\u00f6ren. Dann achten Sie drauf, was sie selber tun. Es geht nicht darum, das aber zu verbannen. Nur hat die unbewusste, inflation\u00e4re Nutzung Auswirkungen auf den Eindruck, den andere Menschen bekommen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Eine andere Marotte ist die Nutzung des W\u00f6rtchens \u201eman\u201c. \u201eMan kann ja nicht alles haben\u201c. Wer ist denn man? Und warum nicht? Die Frage, was genau denn \u201ealles\u201c sei, lasse ich hier weg.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Warum widme ich dem hier eine ganze Episode, ist doch nur eine Marotte?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Nein, ist es nicht. \u201eman\u201c ist dissoziiert. \u201eMan\u201c ist nicht \u201eich\u201c \u201eMan\u201c ist unverbindlich und unpr\u00e4zise. Und \u201eMan\u201c taucht ganz oft im negativen, im limitierenden Kontext auf.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Doch der Reihe nach. \u201eMan\u201c ist ein F\u00fchrungskr\u00e4fte-Thema. Alles was wir mit unseren Leuten vereinbaren, soll ja verl\u00e4sslich sein. Eine Vereinbarung mit \u201eMan\u201c ist das nicht. \u201eMan wird das Projekt erledigen\u201c funktioniert nicht. Sie brauchen da das assoziierte \u201eIch werde das Projekt erledigen\u201c. Jemand muss sich den Hut aufsetzten, \u201eman\u201c reicht da nicht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Deutlicher tritt \u201eman\u201c bei Entwicklungsgespr\u00e4chen in Erscheinung. Wenn Sie Ihre Mitarbeiter fragen, was die denn ich f\u00fcnf Jahren machen und sein wollen, h\u00f6ren sie das sehr oft. F\u00fcr mich ist das schon der erste Hinweis: Wenn jemand mir seine Zukunftspl\u00e4ne in \u201eman\u201c-Form vortr\u00e4gt, hat er entweder noch nie dar\u00fcber nachgedacht oder er erz\u00e4hlt mir, was er glaubt, was ich h\u00f6ren will. Und nat\u00fcrlich ist ein \u201eMan kann sich aus meiner Position in f\u00fcnf Jahren zum Abteilungsleiter entwickeln\u201c dramatisch weniger kraftvoll als \u201eIch werde mich aus meiner Position in f\u00fcnf Jahren zum Abteilungsleiter entwickeln\u201c. Nur letzteres hat Zug, ist ein Ziel, kann anspornen. Das erste ist nur ein Allgemeinplatz ohne jede Wirkung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Sie wollen doch, dass Ihre Leute performen. Dann lassen sie die das auch so formulieren. Und formulieren Sie selber so. Assoziiert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Denn wer ist denn \u201eMan\u201c? \u201eMan\u201c ist \u00fcblicherweise ein anonymes Gebot oder Verbot. \u201eMan tut das nicht\u201c \u201eMan bedankt sich\u201c \u201eMan fragt wenn man\u2026\u201c. Auch mir ist klar, dass es hier um gesellschaftliche Regeln geht. Nur lassen sich die ja auch sinnvoller formulieren \u201eWenn Du dich bedankst, machst Du einen guten Eindruck. Und es freut mich sehr\u201c. \u201eMan\u201c verallgemeinert. Und nur zu oft unzul\u00e4ssig. \u201eMan spricht nicht mit Fremden\u201c. Okay, ich schon. Und \u201eman\u201c ist limitierend, was ich die gr\u00f6\u00dfte Plage finde \u201eMan kann nicht alles haben\u201c das hatten wir schon \u201eMan muss auch mal zufrieden sein mit dem, was man hat\u201c. Man vielleicht, aber ich nicht. Das Aber k\u00f6nnen Sie hier gern durch \u201eQuatsch\u201c ersetzen. Ich will mich frei entscheiden, ob ich zufrieden bin. Und mich dann auch daf\u00fcr entscheiden k\u00f6nnen, jetzt wieder etwas anderes haben zu wollen. Ich will das selber entscheiden, wenn mir der Sinn nach Mehr steht, ist es meine Entscheidung, das zu erreichen. Aber nicht nur deswegen irgendwann stillstehen, weil \u201eMan\u201c das so macht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Man hat im Business-Umfeld eigentlich nichts zu suchen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">OOps\u2026 Wie hat sich das bei Ihnen angeh\u00f6rt? Ziemlich unverbindlich und luschig, oder? \u201eMan\u201c hat im Business Umfeld nichts zu suchen. W\u00e4re ein Statement. Das eingeschobene W\u00f6rtchen \u201eeigentlich\u201c macht die Aussage wieder zunichte. Womit wir bei der letzten Sprachlichen S\u00e4ge w\u00e4ren, dem \u201eEigentlich\u201c. Eigentlich defokussiert. Es kassiert die Aussage des Satzes wieder ein und \u00f6ffnet eine riesige Hintert\u00fcr in der Aussage. Auch das brachen wir nicht, wenn wir mit unseren Leuten arbeiten. Verst\u00e4rken l\u00e4sst sich der Nebel noch durch das W\u00f6rtchen \u201emal\u201c. \u201eJa, ich k\u00f6nnte den Bericht eigentlich mal fertigmachen.\u201c Rechnen Sie besser nicht mit einer Lieferung. \u201eEigentlich\u201c stellt die ganze Zusage in Frage und \u201emal\u201c auch noch den Liefertermin.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">\u201eman\u201c, \u201eaber\u201c, \u201eeigentlich\u201c.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Diese W\u00f6rter sind, wie all die anderen auch, Werkzeuge. Sie bewirken bestimmte Gedanken im Gegen\u00fcber. Sie transportieren eine Idee. Sie bilden beim gegen\u00fcber ein Bild von uns.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Diese Worte sind nicht per se b\u00f6se! Es sind halt Werkzeuge. Und wie solche sind sie auch einzusetzen: Um eben nicht mit der S\u00e4ge auf den Nagel einzudreschen und sich dann auch noch beschweren, dass das Drecksding nicht funktioniert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Es gibt Situationen, die Wisch-Waschi Aussagen wollen. Wenn das Ziel ist, diesen Auftrag nicht anzunehmen, diese Aussage nicht verbindlich zu machen, dann sind \u201eman\u201c und \u201eeigentlich\u201c gute Werkzeuge. Das \u201emal\u201c nicht zu vergessen, wobei das so offensichtlich ist, das merken die meisten. Wenn Sie hingegen eine klare Aussage brauchen, gehen diese Worte nicht. Seien Sie sich also immer \u00fcber ihr Ziel klar, dass sie mit der Kommunikation erreichen wollen. Und w\u00e4hlen Sie dann die richtigen Werkzeuge aus.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Wenn jemand st\u00e4ndig mit \u201eaber\u201c oder, schlimmer noch, mit \u201enein\u201c unterwegs ist, kann ich mir denken, was die Leute von dem denken.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Achten Sie diese Woche drauf, was Sie h\u00f6ren. Achten Sie auch diese drei Worte: \u201eman\u201c, \u201eaber\u201c, \u201eeigentlich\u201c. Erst einmal bei den anderen, damit Sie ein Gef\u00fchl daf\u00fcr kriegen. Sie werden \u00fcberrascht sein\u2026. Wer richtig weiter kommen will, achtet danach auf die eigene Nutzung eben jener Worte. Sind die immer wohlgew\u00e4hlt und dem eigenen Ziel angemessen? Was ist Ihr Ziel in der Kommunikation? Oder sind diese Worte einfach aus Gewohnheit in den Satz gerutscht? Was macht der Satz dann mit dem Gegen\u00fcber?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Viel Spa\u00df mit dem aufmerksamen Spielen mit Sprache.<\/span><\/p>\n<div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7618\"><div class=\"fw-wrap-boxed-media fw-wp-audio-shortcode\"><audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-2239-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/leben-fuehren.de\/cast\/LF069.mp3?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/leben-fuehren.de\/cast\/LF069.mp3\">https:\/\/leben-fuehren.de\/cast\/LF069.mp3<\/a><\/audio><\/div><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\" style=\"margin-bottom: 1px !important;\">Podcast: <a href=\"https:\/\/leben-fuehren.de\/cast\/LF069.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/leben-fuehren.de\/r3\/?powerpress_pinw=2239-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/leben-fuehren.de\/cast\/LF069.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"LF069.mp3\">Download<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der heutigen Episode geht es eigentlich um Details in der Sprache aber man wei\u00df ja nie&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2364,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-2239","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-podcast"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/leben-fuehren.de\/r3\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2239","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/leben-fuehren.de\/r3\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/leben-fuehren.de\/r3\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/leben-fuehren.de\/r3\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/leben-fuehren.de\/r3\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2239"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/leben-fuehren.de\/r3\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2239\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/leben-fuehren.de\/r3\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2364"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/leben-fuehren.de\/r3\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2239"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/leben-fuehren.de\/r3\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2239"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/leben-fuehren.de\/r3\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2239"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}